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Palio – das härteste Pferderennen Europas

Siena in der Toskana darf auf eine langjährige Geschichte voller Tradition, Kampfgeist und Stolz zurückblicken. Im Mittelalter galt die Stadt neben Florenz als eine der Wichtigsten im gesamten toskanischen Gebiet und bot den konkurrierenden Florentinern die Stirn. Dennoch mussten die Sienesen Florenz 1268 nach langjährigem Kampf beugen.

Noch heute bietet Siena aber einen imposanten Anblick, der auf eine starke Persönlichkeit und Traditionsbewusstsein schließen lässt. Das Stadtbild wird durch sehr gut erhaltene mittelalterliche Bauweisen prägt und alleine das Flair dieser Stadt ist eine Besichtigung wert. Dass die Stadt allerdings mehr ist als stummer Zeuge vergangener Zeiten zeigt eine Tradition, die schon seit Jahrhunderten in der toskanischen Stadt gepflegt wird: der Palio.

Tradition mit italienischer Leidenschaft

Der Palio gilt als eines der härtesten Pferderennen in Europa und wird wegen seiner Gnadenlosigkeit gegenüber Mensch und Tier von vielen verpönt. Dennoch pflegen die Sienesen ihren traditionellen Wettkampf zweimal jährlich weiter und das schon seit über 800 Jahren.

Bei dem Pferderennen geht es – natürlich – um den Sieg. Aber auch um Ruhm und Ehre der Rivalen. Diese formieren sich dabei aus Vertretern der verschiedenen Stadtteile Sienas, die auf ungesattelten Pferden durch die Stadt preschen.

Ein Spektakel, das am 2. Juli und 16. August jeden Jahres ganz Italien in Aufruhr versetzt und fieberhaft mitverfolgt wird.
Das eigentliche Hauptrennen dauert dabei gerade mal 75 Sekunden. Die Vorbereitungen für diesen Wettkampf nehmen dabei allerdings Monate in Anspruch. Austragungsort ist der Piazza del Campo, der eigens für diese Spektakel präpariert und gefährliche Kurven mit Matratzen gepolstert werden. Alleine diese Vorsichtsmaßnahmen machen deutlich: dieser Wettkampf ist bitterer Ernst.

Im Vorfeld werden 10 von 17 Contraden (= Stadtviertel) in altem Brauch ausgelost, die jeweils einen Jockey, den Fatino, in das Rennen schicken. Dieser trägt eine schwere Bürde, er muss erstens das Palio (= das begehrte Seidenbanner für den) für sein Stadtviertel gewinnen und gleichzeitig den unfairen Machenschaften der anderen Contraden stand halten.

Die einzige Regel für das Rennen lautet nämlich: Gewinnen! Und dafür ist jedes Mittel recht. Gewalteinwirkungen auf Pferd und Reiter während des Rennens, Absprachen zwischen den Jockeys der Contraden und Intrigen zwischen den Oberhäuptern der Viertel sind keine Seltenheit. Es ist auch üblich das gewählte Pferd Tage vor dem Rennen wie einen Schatz zu bewachen, da feindliche Pfuschversuche und Gemeinheiten befürchtet werden müssen.

Verbissen kämpfen Mensch und Tier für den Sieg. Gebannt wird das Rennen dabei von den Balkonen, Straßenecken oder per Live-Übertragung im Fernsehen verfolgt. Gewonnen hat übrigens derjenige, dessen Pferd den Piazza del Campo als erstes dreimal umrundet hat. Dabei gewinnt auch, wessen Pferd das Ziel ohne Reiter, also scosso, erreicht.

Ein hartes Stück Tradition, dass die Sienesen weiterhin stolz aufrechterhalten und ein Spektakel, das auch für Italienurlauber ein einmaliges Erlebnis darstellt. Wer sich zu den Austragungsdaten in der Nähe der Stadt Siena befindet darf sich diesen Wettkampf voller Temperament nicht entgehen lassen. Traditionell werden an den Tagen des Palio auch zahlreiche kulinarische Köstlichkeiten der Region angeboten und die Stadt verwandelt sich in ein großes Fest. Obgleich dieses Treiben für Reiter und Tier höchst nervenaufreibend und deshalb sehr umstritten ist, bündelt es doch ein gehöriges Stück des Charakters der Stadt mit historischen Bräuchen und gehört damit zur Kultur der Stadt Siena unumgänglich dazu.

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