© Foto: manolofranco - Pixabay.com - CC0 Public Domain

Andalusien - Genuss für die Sinne

Die Brücke zum afrikanischen Kontinent, bietet den Charm europäischer Kultur und Standards, mit der sonnenverwöhnten Gelassenheit die es nur im Süden gibt. Urlaub in Andalusien ist eines der letzten authentischen Abenteuer auf dem europäischen Kontinent. Wo leidenschaftlicher Flamenco und feuriger Stierkampf zum Alltag gehören, wurde einst erobert und die Fahrt zur Entdeckung Amerikas vorbereitet. Heutzutage sind die vielen Gesichter dieser Geheimnisumwobenen Region eine Mischung aus Moderne, gepaart mit dem süßen Duft von natürlichen Orangen.

© Ramallo - Pixabay.com / CC0 Public Domain

Sevilla, die Hauptstadt von Andalusien wirkt zugleich verzaubernd und elegant. Die Altstadt an den Ufern des Guadalquivir ist Heimat der berühmten Kathedrale von Sevilla. Sinnbildlich ist die Geschichte der Kathedrale, die am ehemaligen Platz der Großen Moschee "Giralda" steht. Nicht unweit, ist der imposante Königspalast Alcázar zu finden, der ebenso maurische Baugeschichte aufweist. Ein Palastkomplex aus Terrassen und Springbrunnen lädt zum Verweilen ein.

Zurückhaltend und unscheinbar, beeindruckt und überrascht Andalusien nicht nur mit schwerwiegender Historie, sondern nahezu unbefleckten Küstenabschnitten und malerischen Dörfern.

In Malaga kommen die meisten Touristen am bekannten Flughafen an, der zur Drehscheibe des Mittelmeertourismus gewachsen ist und befinden sich auf der Durchreise. Schade, denn der Geburtsort von Picasso hat sich zu einem Platz voller Leben entwickelt, dessen Restaurants zum Bersten gefüllt sind. Die Alcazaba Zitadelle ist ein idealer Platz zum Innehalten, inmitten der vibrierenden Stadt. Die einstmals mächtige Festung "Alcazaba" auf einem Felsen, erinnert an die Zeit der Mauren. Durch Erdbeben wurden die meisten kulturellen Gebäude hier leider zerstört, was jedoch durch die florierende Gastrokultur ausgeglichen wird. Die vergleichsweise günstige, aber ansprechende Gastronomie ist nicht nur hier, sondern auch in anderen Bereichen Andalusiens, durchweg auf Genuss ausgelegt. Natürlich lädt frisches Brot den Besucher hier zu Tapas ein. Sherry, roter Wein und Meeresfrüchte sind allgegenwärtig. Neuerdings zählt das Pompidou Museum zu den außergewöhnlich besichtigungswürdigen Plätzen und ist Heimatsort für ausgefallene Kunst. Umgeben von Bergen und geschmückt mit der Costa del Sol, gibt es hier eine Universität und einen interessanten Handelshafen.

In Cádiz sieht man auf dem Turm "Torre Tavira", wie durch die Augen der Stadtherren im Mittelalter. Kein Wunder das die malerischen Landschaften für Filme wie "Game of Thrones (Juego de Tronos)" als Kulisse herhalten durften. Abenteuerlich muten die Schiffe Christopher Kolumbus an, die man im Hafen von Huelva findet. Das er eigentlich Italiener ist und Amerika nach neuesten Erkenntnissen auch nicht als erster entdeckt hat, mindert nicht den Nationalstolz darauf, dass er von Andalusien aus, seine berühmt berüchtigte Entdeckungsreise angetreten hat. Neben historischen und gastronomischen Höhepunkten, ist insbesondere das andalusische Landschaftsbild von wunderschönen Szenerien geprägt.

Die Gebirgskette Sierra Nevada ist weitgehend bekannt und mit einem beeindruckenden See, inmitten von Gebirge, vielen einen Tagesausflug wert. Im Nationalpark "Parque Nacional de la Sierra Nevada" wird die Natur vor weiteren Einflüssen der Zivilisation geschützt. Sierra Nevada bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie "verschneiter Gebirgszug". Tatsächlich ist Schnee in diesem Teil Spaniens zu sehen, wo der Kontrast von wüstenähnlichen Bedingungen und eisiger Kälte, besonders stark wirkt. Die Schneehaube des Berges ist zwischen November und Mai nicht nur auf dem mit fast 3500 Meter höchsten Teil des Gebirges, dem "Mulhacen" zu sehen. Eine gemütliche Wanderung über Teile der Sierra Nevada bis hin zu einem Besteigen des Mulhacen, geben Spielraum für die Abenteuerlust des Urlaubers.

Ebenso ist ein Trip in das nur wenige Kilometer von Afrika entfernte Tarifa, mit Angrenzung an die Straße von Gibraltar, faszinierend. Die Meerenge welche Spanien und Marokko verbindet wirkt wie ein Magnet für Jene, welche in die Ferne schweifen wollen.

© garnoteldelphine - Pixabay.com / CC0 Public Domain

Ein ruhiger Erholungsurlaub mit kulturellen Ausflügen ist in Ronda oder Jerez de la Frontera auf der Tagesordnung. Ronda beherbergt die "Pueblo Blancos", die weißen Dörfer und exotische Greifvögel. Weiß gekalkte Häuser, verziert mit Azulejos, weißblauen Kacheln dominieren das Landschaftsbild. Einladende Innenhöfe, Patios, sind Bestandteil von größeren Einheiten. Gastfreundschaft ist hier ein hohes Gut. Ampeln sind in Ronda Fehlanzeige. Vielleicht ist das der Grund für den extrem langsamen Verkehr. Wer es langsamer zugehen lassen möchte ist hier richtig.

Ein Mietwagen ist sehr empfehlenswert. Achtung bei dem kleingedruckten ist hier angesagt. Öffentliche Verkehrsmittel werden zwar zunehmend ausgebaut, aber wer flexibel sein möchte, hat lediglich im Umfeld der Städte ein ausreichendes System zur Verfügung. Ernest Hemingway und andere kamen hierher um Stierkämpfe anzuschauen. Ein Spaziergang durch die hügeligen Straßen und durch die friedvollen Gärten ist ein absolutes Muss.

Der Palast des Marquis de Salvatierra ist verziert mit den Schnitzereien von nackten Amerikanern, die Ihre Blöße bedecken. Architektonisch beeindruckend ist der Mondragon Palast. Unnatürlich anmutende Gesteinsformationen sind im Naturschutzgebiet "El Torcal", bei Antequera zu bewundern. In schmalen Gassen oder auf dem Land sind Fincas oder Apartments verfügbar. Hier ist man mitten im Geschehen mit den Ortsansässigen und bekommt authentische Einblicke in einen sonnigen Alltag in Andalusien.

Wer lieber das Rund-um-sorglos Paket eines Hotels bucht, findet eine ebenso große Anzahl an Wahlmöglichkeiten. Jerez de la Frontera bietet Reitschulen mit entsprechendem Angebot und Vorführungen. Generell sind im Süden, rund um Cádiz feurige Hengste, temperamentvolle, kraftvolle und stolze Pferde aus der Wiege der guten Pferdestube zu finden. Wem das alles zu heiß klingt, dem sei gesagt, auch im Herbst hat Andalusien eine schöne Seite.

© jackmac34 - Pixabay.com / CC0 Public Domain

Im September findet in Jerez de la Frontera das beliebte Weinfest statt. In der Heimat des Sherrys öffnen die Weinkellereien ihre Tore und zur gleichen Zeit haben Straßentheater Hochzeit. Besonders Wandern, Surfen, Kiten und Tauchen sind Standard Wassersportarten an den Stränden des Mittelmeers und an den atlantischen Küsten und sind bei den etwas milderen Temperaturen im Spätsommer oder dem darauffolgenden Herbst, sehr angenehm. Das ist auch die Zeit in der man in den Fußspuren Ernest Hemingways wandeln und einem Stierkampf in der Arena in Ronda bei der Fiesta de Pedro Romero live beiwohnen kann. Man kann sagen das Urlaub im autonomen Andalusien, mit seinen 8 Provinzen, Abwechslungsreiche landschaftliche Vielfalt und Unternehmungen auf einer Fläche die in etwa der Österreichs entspricht, anbietet. Mehr als 8 Mio. Einwohner bieten eine einladende Mischung aus Einflüssen der römischen und arabischen Kultur. Abendland und Morgenland vereinigen sich hier zu Flamenco und feuriger Musik. Die Vandalen gaben diesem bezaubernden Reich wohl seinen Namen: Andalusien.

Diese Artikel könnten sie auch interessieren:

Klettern in Spanien am El Chorro

Der El Chorro ist eines der schönsten, aber auch ...

- Anzeige -